Sven (19) aus München

Bei uns in der Gruppe haben sich ziemlich viele fürs wwoofen entschieden und so gings für mich nach einer Woche Vancouver nach Pemberton auf eine Wwoofing-Farm. „Leider“ hatten wir noch Anfang März und da ist der Winter in Kanada bekanntlich noch nicht vorbei. Ein Schneesturm hat mir allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht und meine Hosts haben gemeint sie haben keine Arbeit mehr, also habe ich mich nach etwas anderem umgeschaut. Ziemlich kurzfristig hab ich mich entschieden nach Jasper zu fahren, was wohl mit eine der besten Entscheidungen war, die ich gemacht hab. Zwischen Bewerbung schreiben und am Skilift arbeiten waren weniger als 2 Tage vergangen.
ich bin dann bis zum Ende der Skisaison in Jasper geblieben und hatte eine super Zeit. Auch der kanadische Mindestlohn von damals nur $9,40CAN war bei den super Kollegen (hauptsächlich aus Australien und Neuseeland) fast vergessen. Wer also auf Skifahren/Snowboarden, Party und coole Leute aus ist, ist mit einem Job im Skigebiet genau an der richtigen Adresse =)

Nach der Skisaison, Anfang Mai, bin ich nach Whitehorse oder besser 60km westlich von Whitehorse auf eine Wwoofing-Farm. Für 18 Tage war Lowtunnels bauen, Felder tillen und Gemüse sähen bzw. einpflanzen mein Job. Haben an einem Wochenende auch das Kanu unserer Hosts bekommen und sind auf eine zweitägige Kanutour, was einfach ein unglaubliches Erlebnis war.

Noch weiter nördlich ging es nach der Wwoofing-Farm und zwar mit dem Kanu auf dem Yukon-River. Die klassische Route von Whitehorse nach Dawson City. Hab mich dafür mit einem getroffen, der mit mir nach Vancouver geflogen ist. Hatten unglaubliche zwei Wochen im absoluten Nirgendwo mit unzähligen Elchkühen und Kälbern, Weißkopfseeadler, ein paar Biber und immerhin einen Bären. Den dafür direkt am Zelt. Er hat sich zum Glück aus dem Staub gemacht, als wir die Zeltwand aufmachen wollten. Bärenspray hatten wir natürlich auch dabei.
Achja, wen trifft man natürlich auch auf dem Yukon-River? – Klar, zwei andere deutsche Kanus 😀

In Dawson bin ich auch noch für zwei Wochen auf eine weitere Wwoofing-Farm gegangen die weder Straßenzugang noch fließend Wasser hatte. Man musste mit dem Kanu von der Straße zum Grundstück übersetzten. Die Farm ist die einzige Farm im Yukon die Obstbäume veredelt, sodass sie auch in den nördlichen Regionen wachsen. Das war auch für mich die letzte Arbeitsstelle in Kanada. Die letzten 6 Wochen wurde nur noch gereist.
Erst bin ich von Dawson City nach Whitehorse getrampt und von da aus nach Calgary geflogen.

Das kleine Fernie hat sich als geniales Mountainbikeresort rausgestellt und auch Nelson war ganz nett sich mal anzuschauen. Über Calgary, noch das „Stampede“ angeschaut, nach Banff und Lake Louise (unbedingt zum Moraine Lake schauen). Zum nächsten Ziel Jasper bin ich wieder getrampt. Der Icefieldparkway gehört schon fast zu einem „must-do“. Jasper, Banff und Lake Louise sind vor allem im Sommer ziemlich überlaufen also macht euch auf deftige Preise gefasst!

Auf meiner Liste stand dann noch Haida Gwaii und Vancouver Island. Auch hier war ich nochmal mit einem von der Organisation unterwegs. Zwischen Prince Rupert und Port Hardy fährt eine 15-stündige Fähre und wenn das Wetter nicht ganz so mies drauf ist wie bei uns, ist es superschön. Man kann sogar Wale sehen.
Auf Vancouver Island haben wir dann in 10 Tagen Port Hardy, Ucluelet, Tofino, Nanaimo und Victoria mehr oder weniger durchfloge. Man kann da bestimmt ein vielfaches der Zeit bleiben ohne das es langweilig wird, für mich ging es dann aber leider schon wieder nach Deutschland.