Laura (19) aus Berlin

Meine Zeit in Australien war einfach super sch├Ân ! ­čÖé

Die ersten zwei Wochen nach meiner Ankunft in Melbourne waren zwar etwas chaotisch und nervenaufreibend, aber nat├╝rlich auch sehr aufregend. Nachdem ich mit noch einigen anderen Teilnehmern an dem Infoworkshop in dem Partnerb├╝ro teilgenommen habe, f├╝hlte ich mich erstmal total bombadiert mit Informationen ├╝ber Australien und seiner Kultur sowie wie das jetzt funktioniert mit dem Arbeiten f├╝r einen working-holiday-visa-Besitzer. Man war einerseits total aufgeregt, weil man all die tollen Orte sehen und Dinge erleben wollte, aber andererseits musste man sich ja erstmal einen Job suchen und dann fragte man sich wieder was und wo. ├ťberhaupt war die erste Zeit gepr├Ągt mit vielen Fragen wobei ich froh war einen Ansprechpartner vor Ort gehabt zu haben.

Letztendlich habe ich mich mit drei anderen Reisenden von der Organisation erstmal dazu entschieden f├╝r eine Woche ein Auto zu mieten und ├╝ber die Great Ocean Road bis Adelaide zu fahren. Schon in den ersten zwei Wochen so viel zu sehen, war echt richtig klasse und South Australia ist super interessant, nur blieb einem immer im Hinterkopf, dass man eigentlich die Zeit damit verbringen m├╝sste einen Job zu finden. Als wir dann wieder zur├╝ckkamen, ging die Jobsuche aber richtig los und ich war auch so gut wie jeden Tag damit besch├Ąftigt, allgemein online oder bei gumtree nach Angeboten zu gucken oder war von morgens bis abends in der City unterwegs, um meine CV’s zu verteilen. Zwischenzeitlich war man schon etwas niedergeschlagen, aber aufgeben oder gar wieder nach Hause fliegen wollte ich nie. War auch gut so, denn an Silvester hatte ich dann meinen ersten Arbeitstag in einem netten Caf├ę direkt am Queen Victoria Market. Dort habe ich von Ende Dezember bis Anfang M├Ąrz gearbeitet, aber nur von Freitag bis Sonntag und sonst nur, wenn sie noch jemanden dringen brauchten. Ab Februar hatte ich dann noch einen weiteren Teilzeit Job, auch nur f├╝r ein paar Tage in der Woche, in einem Kebab-Shop in South Melbourne. An diese Spontanit├Ąt der Australier musste ich mich auch erstmal gew├Âhnen, vor allem was das mit dem Arbeiten betrifft.

Von den beiden M├Ądels aus Bayern, mit denen ich gemeinsam die Great Ocean Road besichtigt habe, ist eine auch f├╝rs Arbeiten in Melbourne geblieben. Sie hat dann auch in meinem Caf├ę gearbeitet und wir haben uns in der Zeit dann besser kennengelernt und sie wurde zu einer richtig guten Freundin.

Irgendwann wurde ich dann gefragt, ob ich nicht mit den beiden mitreisen m├Âchte, da ich ja eigentlich genau das selbe vorhatte wie sie. Und so haben wir das dann auch gemacht. Bis zu diesem Zeitpunkt wollte ich ja eigentlich nur bis Brisbane reisen. Ja, ich wei├č, total die bl├Âde Idee, weil danach ja erst die coolen Orte kommen. Aber irgendwie hatte ich mir das vorher so in meinen Kopf gesetzt. Mein R├╝ckflug ging ja auch von Brisbane. Na ja. Dann haben wir gesagt, dass ich erstmal mit komme um mir die Ostk├╝ste anzugucken um dann irgendwann, irgendwo auf der Strecke zu verweilen, da ich ja drei Monate f├╝r die gesamte Ostk├╝ste habe und die beiden dann weiterreisen, weil sie den gro├čen Loop machen wollten. Also haben wir uns gemeinsam in Melbourne das Greyhound-Ticket bis Cairns geholt.

Das Reisen mit dem Greyhound bus war, bis auf unsere erste und auch einzige Nachtfahrt, echt super. Als wir wenig sp├Ąter in Sydney ankamen, sa├čen wir dann in einem Reiseb├╝ro und haben Touren f├╝r Fraser Island und den Whitsundays gebucht. Nachdem das getan war, lehnte ich mich zur├╝ck, weil ich dachte, dass ich halt mit den M├Ądels dann bis Cairns reise und dann noch einen Monat Zeit habe um was wei├č ich noch in Australien zu sehen und dann halt Mitte Juni sp├Ątestens wieder in Brisbane zu sein und meine Freundinnen w├Ąhrenddessen weiterreisen. Ja sch├Ân gedacht. Denn die Frau aus dem Reiseb├╝ro kam auf einmal mit der Idee, dass wir uns ja alle drei einen Campervan mieten k├Ânnen, mit dem ab Darwin das Outback erkunden, dann r├╝ber zur Westk├╝ste und mich rechtzeitig irgendwo absetzten, von wo aus ich nach Brisbane fliegen kann und die M├Ądels sich ab dort einen anderen Mitfahrer suchen und die Westk├╝ste weiter nach Perth fahren. So w├╝rden die M├Ądels das sehen, was sie sich vorgenommen hatten und ich w├╝rde noch mehr sehen, als ich mir jemals ertr├Ąumt h├Ątte. Mein erster Gedanke galt dann erstmal dem Geld, was ich dann wieder mehr ausgeben w├╝rde. Aber letztendlich sagte ich dann doch mit gemacht und im Nachhinein bereue ich es nat├╝rlich kein bisschen.

Joah, und dann haben wir uns zusammen mit dem Greyhound-Plan ausgesucht, wo wir hin m├Âchten und wie lange. Das Planen und auch das Traveln mit den beiden M├Ądels hat auch echt prima geklappt. Die Ostk├╝ste war zwar voller Touristen und Backpackern, aber es war auch echt wundersch├Ân dort. Das Surfcamp in Byron Bay, Camping auf Fraser Island, Segeltour zu den Whitsundays, Schnorcheln am Great Barrier Reef – einmal sogar mit Schildkr├Âten (das war eigentlich das Beste ├╝berhaupt… diese Tiere sind so wundersch├Ân und anmutig unterwasser), aber auch die kleineren Orte zwischendurch waren so sch├Ân. Die Str├Ąnde! Ein Traum.

Mitte Mai sind wir dann von Cairns aus nach Darwin geflogen und haben dreiTage sp├Ąter unseren Campervan abgeholt und dann Richtung Outback. Das Outback war echt was komplett anderes, aber auch super sehenswert besonders wenn man schon mal in Australien ist. Wenn man den ewig langen Highway entlang f├Ąhrt, merkt man erst, wie riesig Australien wirklich ist. Alle haben immer gesagt, es sei total langweilig da entlang zu fahren, aber wir waren da ganz anderer Meinung. Die Landschaft hat sich gef├╝hlte alle 50 Meter ver├Ąndert und war super sch├Ân anzusehen. Auch die Leute, die man auf den free campgrounds getroffen hat, waren alle jedes Mal so nett und freundlich. Und es ist einfach so toll, wie die Australier selbst ihr Land erkunden, indem sie sich im Rentneralter ein Wohnmobil mieten oder kaufen und dann einfach losfahren. Und dann trifft man die und erz├Ąhlt von seinen eigenen Erlebnissen in Australien und dann bestaunen die uns f├╝r das, was wir in ihrem Land so tun. Einfach toll. Das waren echt einmalige Gespr├Ąche aus denen ich viel lernen durfte.

Von Darwin aus ging es f├╝r uns erstmal durch den Kakadu National Park, dann weiter Richtung Alice Springs und nat├╝rlich zum Ayers Rock, Kings Canyon und Kata Tjuta National Park (so, so beeindruckend!). Dann gings den Stuart Highway zur├╝ck und als wir dann wieder in Katherine waren, gings ab nach Western Australia, Broome, wo ich dann Anfang Juni abgesetzt wurde und wieder nach Brisbane geflogen bin, um ne knappe Woche sp├Ąter wieder Richtung Deutschland zu fliegen.

Die Zeit mit den M├Ądels war echt wundersch├Ân – Australien war super toll ! Mein Englisch hat sich verbessert und ich traue mich jetzt einfach so drauf loszuquatschen, denn diese Hemmung ist einfach nicht mehr da wie vorher. Die Aussies sind echt mega tolle und offene Menschen, an diesen Lebensstil k├Ânnte man sich gew├Âhnen. F├╝r drei Monate in Melbourne zu leben, zu arbeiten und irgendwann von ganz alleine zu wissen, wo man sich gerade befindet oder langgehen muss – einfach gro├čartig. Selbst das Hostelleben war irgendwie toll. Man hatte immer nette Leute um sich herum und war nie alleine. Auch das Campervanleben war nicht schlecht. Es war eben was anderes. Australien hat einfach so viel zu bieten und ich habe so tolle Sachen erlebt und wundersch├Âne Orte gesehen. Ich habe jetzt noch das Gef├╝hl l├Ąngst nicht alles von Australien gesehen zu haben. Ich komme auf jeden Fall nochmal wieder!! Denn jetzt wei├č ich, wie einfach es sein kann ein Land zu bereisen. Und es war immer ein gutes Gef├╝hl zu wissen, dass in der allergr├Â├čten Not immer jemand von euch vor Ort zu Erreichen war. Vor allem in der Anfangszeit war das Partnerb├╝ro schon eine wichtige Anlaufstelle f├╝r uns alle. Danke!