Johannah (18) aus Erfurt

In den ersten 6 Monaten im wunderschönen Neuseeland habe ich versucht so viel wie möglich zu sehen und mit einem großen Loop über Nord- und Südinsel dann auch so ziemlich alle Highlights abgehakt zu haben. Von atemberaubenden Wanderungen in verschneiten Bergen über Schwimmen mit Delfinen in tiefblauem Wasser und Fallschirmsprüngen aus über 3600 Metern war wirklich alles dabei. In der zweiten Hälfte habe ich eher das etwas weniger abenteuerliche Großstadtleben in Auckland erlebt. Doch selbst hier sind die nächstgelegenen Naturwunder, wie riesige Wasserfälle, weiße Sandstrände und regenwaldähnliche Wälder nur einen Tagesausflug entfernt. Das Leben in Auckland ermöglicht außerdem ein etwas realistischeres Bild für das alltägliche Leben in Neuseeland und gibt einem das Gefühl, auch ein bedeutender und funktionierender Teil der Gesellschaft zu sein. Außerdem ist die größte Stadt Neuseelands die Anlaufstelle für viele internationale Reisen z.B. auf eine der Südpazifischen Inseln, Australien oder Asien – sehr interessant für jeden, der sein Work and Travel Abenteuer in Neuseeland mit noch anderen Ländern verbinden möchte.

Auch meine Jobs haben in Art und Tätigkeiten sehr variiert. Wie bei vielen anderen Work and Travelern auch, hat meine Joblaufbahn in Neuseeland mit Farmarbeit begonnen. Ich habe auf einer Erdbeerfarm gearbeitet, auf einem Campingplatz gelebt und so, durch harte körperliche Arbeit, viele Arbeitsstunden täglich und eine günstige Miete, viel Geld in kurzer Zeit sparen können. Meinen zweiten Job habe ich in einem Hostel als Housekeeper gefunden. Hier habe ich mit 15 Wochenstunden allerdings nur für eine kostenlose Unterkunft gearbeitet und nicht noch zusätzlich Geld verdient. Meine drei letzten Jobs waren als Kellnerin oder Barista in wunderschönen Cafés. Hier hatte ich auch mal einen gewöhnlichen Arbeitsalltag: früh aufstehen, ca. sieben Stunden arbeiten und dann den Nachmittag/Abend zu Hause genießen. Dies ist auf jeden Fall der Vorteil an der Arbeit in einer Stadt, jedoch sind die Mieten um einiges höher und das Geld reicht in den meisten Fällen nur um seine Ausgaben zu decken wobei man nicht so viel sparen kann.

Natürlich bietet Neuseeland eine Vielzahl unglaublicher und einmaliger visueller Eindrücke. Meine schönsten Erlebnisse gingen jedoch weit darüber hinaus, was das Auge sehen kann. Viel mehr war es das stetige Kennenlernen und Austauschen mit anderen Reisenden, vor allem aber auch die Gespräche mit Einheimischen und die Möglichkeit, ein Verhältnis zum Land und seiner Kultur aufzubauen.

Als Tipp für zukünftige Teilnehmer kann ich nur sagen:
Kommunikation ist alles. Egal ob es Probleme bei der Jobsuche, der Reiseplanung oder dem allgemeinen Wohlbefinden gibt. Man lernt so viele Leute mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen kennen, dass das Mitteilen von verschiedenen Erfahrungen in bestimmten Situationen wirklich eine große Hilfe sein kann. Also selbst wenn nicht ihr gerade diejenigen seid, die mit Problemen zu kämpfen haben: Haltet Ohren und Augen offen für Leute, die euren Rat gebrauchen könnten! Das gibt euch sofort das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben und wenn ihr mal Hilfe braucht, könnt ihr sicher sein, dass euch auch geholfen wird. Dabei ist es auch gar kein Problem, wenn du dich jetzt noch nicht so traust Menschen anzusprechen. Diese skills lernt man auf so einer Reise im Handumdrehen und dann macht es auch einfach richtig viel Spaß.

Die Reise nach Neuseeland war für mich ein lebensveränderndes Erlebnis, das mir die Möglichkeit gegeben hat, das Leben dort durch andere Augen zu sehen und mir die Angst genommen hat, auch noch weitere Länder auf diese Art zu bereisen.